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 | Supermoto DM Friedrichshafen - 01./02.7.2006 |
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Supermoto-Spektakel am Bodensee
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Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr fand am 1. und 2. Juli 2006 bei hochsommerlichen Temmperaturen die zweite Auflage der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaften auf dem Messegelände in Friedrichshafen statt. Ideale Bedingungen für ein tolles Drift Weekend auf der bestens präparierten Strecke.
Für Spannung war ebenfalls gesorgt, da neben dem Lokalmatador und Vizeweltmeister Bernd Hiemer #12 auch „JK“ Jürgen Künzel #74 und aus der Schweiz „Bad Boy“ Dani Müller #3 wie auch Marcel Götz #9 sowie weitere internationale Spitzenfahrer aus der Supermoto-Szene am Start waren.
Auf die Piloten wartete am Bodensee eine anspruchsvolle Strecke. Der 1,5 Kilometer lange Parcours hatte viele schnelle Passagen, einen anspruchsvollen Offroad-Teil und erforderte deshalb eine hoch konzentrierte Fahrweise. Besonders der Sprung über die Strasse hatte es in sich. Hier konnte man – vorausgesetzt man übersprang die Strasse - deutlich an Zeit gutmachen.
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Es ist ja schon faszinierend mit welcher Eleganz – oft jenseits unserer Definition von Physik – unsere Maschinen bewegt werden können.
Um die ungezügelte Kraft auf den Boden zu kriegen ist höchste Konzentration, Körperbeherrschung und vor allem Training, Training und nochmals Training nötig.
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Als einziger Schweizer - Lucky Fischer #74 vom Team Brun fehlte leider verletzungsbedingt – ging ich Bridgestone-Supermoto-Juniorencup an den Start. Dieser wird auf 250ccm Viertaktmaschinen ausgetragen. Gefahren werden musste auf Bridgestone BT-090-Einheitsreifen.
Damit ich überhaupt starten konnte, musste ich noch kurz vor dem ersten Training einen Satz BT-090 beim zuständigen Renndienst organisieren.
Dieser Cup gilt in Deutschland als eigentliche Talentschmiede. Die Sieger der letzten beiden Jahre, Jan Deitenbach #44 und Julian Becher #98 gehören bereits zu den besten Supermoto-Piloten in ganz Deutschland. So startet der erst 17-jährige Jan #44 in diesem Jahr bei der Prestige-Klasse und der 16-jährige Julian #98 führt nach seinem Doppelsieg in Friedrichshafen den 450-Cup klar an.
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Ich war natürlich gespannt darauf, was mich da erwartet. Schwer beeindruckt war ich vom Aufmarsch der einzelnen Teams. Allen voran natürlich das „JK“-Künzel-Juniorteam mit seinen Fahrern. Mit Daniel Deibler #2, dem Zweiten des letzten Jahres und Kevin Würterle #7 dem Gewinner des MZ-Youngster Cup 2005 standen da hochkarätige Gegner für mich, den „kleinen“ Schweizer bereit. Mit dem nötigen Respekt ging ich in das erste Freitraining rein .....
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Schon in den ersten Runden stellte ich fest, dass diese BT-090 Reifen völlig anders zu fahren waren als die PIRELLI Supercorsa, die ich sonst fahre. Ich war dauernd auf der Suche nach mehr Grip. Lediglich das Andriften gelang mir ohne Schwierigkeiten. Anfangs hatte ich noch so meine Schwierigkeiten mit dem grossen Tabel . Aber von Runde zu Runde bekam ich ihn immer besser in den Griff und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis ich ihn wie fast alle andern auch komplett springen konnte.
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Nur beim Sprung über die Strasse zögerte ich immer noch. Eine kurze steile Rampe, Flug über die Strasse und danach hinunter auf die Abfahrt, kurz und heftig anbremsen, links einlenken und danach durch die kleine Rechtskurve auf die Gerade der Messehallen entlang......
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Spätestens beim Zeittraining merkte ich, dass ich gut mithalten konnte. Der grösste Unterschied gegenüber der Supermotard-Meisterschaft ist hier die Leistungsdichte. Hinter den Topfavoriten Dani Deibler #2 und Markus Class #11 waren im Zeittraining nicht weniger als acht Fahrer in der gleichen Sekunde. Dass ich nur die 7.Startzeit erreichen konnte, lag sicher daran, dass ich einfach überhaupt kein Vertrauen in die Bridgestone-Pneu aufbauen konnte. Nachdem wir das Fahrwerk ein wenig weicher abgestimmt und auch die Übersetzung der Strecke angepasst hatten, ging es ein wenig besser.
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Sonntag ist Renntag! Und was war das für ein Sonntag. Wolkenloser stahlblauer Himmel. Dazu eine Stimmung wie sie fast nicht besser sein kann. Musik spielte auf und als wir uns am Startplatz aufstellten, wurde wir durch hübsche Schirmgirls von der gröbsten Hitze abgeschirmt ..... Nach zwei Einführungsrunden ging es endlich los. Leider nicht so wie ich es normalerweise tue. Nachdem die Lücke auf die ich es abgesehen haben plötzlich zu ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich noch schnell vor der ersten Kurve einzureihen. Auf dem siebten Platz kann ich auf die lange Gerade losfahren.
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Noch vor dem Offroad gelingt es mir, zwei Fahrer zu überholen. Vor mir hatte ich nun die Nummer #37. Nach vier Runden gelingt es mir, im Anlieger an ihm vorbeizukommen und ihn nach dem Sprung über die Strasse noch vor der Spritzkehre zu überholen. Doch leider hatte ich mich zu früh gefreut..... Die #37 versuchte nun mit allen Mitteln (Ellbogen, Knie) an mir vorbeizukommen. Und schon verhakten sich unsere Lenker ineinander. Meine Maschine stieg plötzlich in die Höhe und drehte sich. Ich konnte nicht mehr reagieren und musste mehr oder weniger unsanft zu Boden. Mit verbogenem Lenker und verklemmter Bremse war an ein Weiterfahren natürlich nicht mehr zu denken......
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Wie ich erst nach dem Rennen erfahren habe, war ich zu dieser Zeit auf dem sicheren 3.Platz, da die #37 wegen eines Frühstarts um fünf Plätze zurückgesetzt worden war. Pech gehabt!
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Wieder misslingt mir der Start zum zweiten Lauf gründlich. Da mir die Starthilfe heraus gefallen war, stieg ich beim Loslassen der Kupplung ungewollt in einen Wheelie ..... Resultat: Ich komme als Zehnter aus der ersten Runde an Start und Ziel vorbei. So wollte ich mein Abstecher in die Deutsche Meisterschaft nicht beenden. Also gab ich jetzt gründlich Gas. Es gelang mir in der Folge mehrere Fahrer zu überholen und mich bis zum Schluss noch auf den 6.Platz vorzuarbeiten.
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Es wäre hier in Friedrichshafen durchaus mehr drin gelegen, doch wollte ich nach dem verpatzten ersten Lauf jetzt mindestens ein zählbares Resultat nach Hause bringen.
Auch wenn ich mein Ziel, hier in Friedrichshafen auf das Podest zu fahren, deutlich verfehlt habe, bin ich doch froh an diesem Rennen teilgenommen zu haben. Es war eine Super Strecke, eine super Organisation und ich konnte hier beweisen, dass ich gut in Form bin. Kann ich noch einen Zacken zulegen und im Offroad noch weiter an Sicherheit gewinnen, bin ich sicher , in Zukunft an die Spitze zu kommen und mich dort behaupten zu können. So gesehen war Friedrichshafen ein voller Erfolg!
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