34. Motocross in Gutenswil

34. Motocross der MSG auf dem "Sunnehof" in Gutenswil ZH

Schlamm à discrétion - Viel Regenschauer, noch mehr Dreck aber auch mutige MX-Fahrer in Gutenswil. Der Motocross-Event bot eine geballte Ladung an Spektakel für Piloten, Fans und solche, die es werden wollen.

Mit röhrenden Motoren stehen die Fahrer an der Startlinie, die Hand am Gas, der Blick auf den Signalmann gerichtet. Dann mit einem Aufheulen preschen sie los, Runde um Runde jagen sie sich durch den tiefen Morast der Rennpiste. Mit von oben bis unten verdrecktem Anzug – das Motorrad mit einer Schlammschicht bedeckt – holen die Fahrer das Letzte aus sich heraus, legen sich in die Kurven, springen über die Schanzen, stürzen, stecken fest und kämpfen weiter. Das ist eben echtes Motocross! !


 

Dieses Wochenende wurde in Gutenswil wieder grosses Motocross-Spektakel geboten. In den verschiedensten Kategorien kämpften die Teilnehmer um die Ränge in der nationalen Meisterschaft.
Als grosser Höhepunkt des diesjährigen Anlasses galten die Läufe der IMBA (Internationaler Motorsport-Bund für Amateure) in der Seitenwagen-Konkurrenz. 27 Seitenwagengespanne aus sieben Ländern machten an diesem Anlass mit, der für die Europameisterschaftswertung zählt. Jedes der sieben Teilnehmerländer stellt eine EM-Rennstrecke.


 

In der Schweiz war dieses Jahr Gutenswil an der Reihe. In der Seitenwagen-Kategorie wieder mit dabei ist auch der Fahrer Theo Morf aus Effretikon sowie sein Teamkollege und «Passagier » Roland Brotzge aus Waltenstein. Vor allem der Teamgeist macht für Morf den Reiz dieser Disziplin aus. «Fahrer und Beifahrer müssen sich blind verstehen, um im Rennen eine Einheit zu bilden», meint der erfolgreiche Seitenwagenfahrer. Europameister und Vize-Europameister ist er bereits geworden in seiner Karriere.


 

Wer glaubt, dem Beifahrer käme nur eine Statistenrolle zu, sieht sich während des Rennens eines Besseren belehrt. Mit zum Teil akrobatischen Einlagen bewegen sich die «Passagiere» der Gespanne auf dem Gefährt und sorgen dafür, dass das Motorrad und sein Seitenwagen im Gleichgewicht bleiben. Eine Kommunikation zwischen dem Fahrer und seinem Partner ist dabei nicht möglich, eingespielt muss man eben sein.

Das schlechte Wetter machte die Sache für die Teilnehmer noch schwieriger. Die sonst schon anspruchsvolle Strecke auf dem Gutenswiler Gelände Sunnehof wurde durch den starken Regen träge und barg dennoch zahlreiche unvorhersehbare Tücken. «In so einem Fall spielt natürlich die Routine eine grosse Rolle. Entscheidend ist auch, dass man weit vorausschaut, um zum Beispiel unterwegs feststeckenden Teams frühzeitig aus dem Weg zu gehen», meint Morf.

Trotz schwierigen Verhältnissen hat er für die Veranstalter nur Lob übrig. «Nicht nur die Strecke, auch die Leistung der Organisatoren ist sensationell.»
OK-Präsident Pascal Vetter ist froh, dass alle Läufe trotz des miserablen Wetters durchgeführt werden konnten. «Die Piste war eigentlich in optimalem Zustand, wegen des intensiven Regens gab es jedoch einige Nassstellen, die kaum abtrocknen konnten.» Bereits vor neun Monaten hatten die Planungen zu diesen erstmaligen EM-Rennen im Rahmen des bewährten Anlasses begonnen.


 

Immenser Aufwand, wenig Publikum

Die Organisation einer solchen Veranstaltung ist immens, neben elf Kollegen im Organisationskomitee sind an die 250 Helfer beteiligt. Durch das schlechte Wetter sind die grossen Zuschauerzahlen leider ausgeblieben. «Das ist natürlich bitter», konstatiert Vetter, «erstens sorgt viel Publikum entlang der Piste für eine tolle Stimmung, und zweitensist die Festwirtschaft für uns eine entscheidende Einnahmequelle.»


 

Eine Erinnerung bei der Heimfahrt

Zu guter Letzt konnten auch die Rennbesucher noch praktische Motocross-Erfahrungen machen. Der Parkplatz auf dem abgeernteten Feld ist im Verlauf des Wochenendes zu einem grossen Sumpf geworden. Sozusagen ein Motocross-Schnupperkurs zum Abschluss.

Autor: Nicolas Bircher - Motorrad


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Bericht Tages-Anzeiger von 15.09.2008

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Bericht Zürcher Oberländer vom 15.09.2008



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